Osteopathie

Osteopathie ist eine alternative Heilmethode. Die Hände des Therapeuten erspüren im Körper des Patienten die Ursache für Schmerzen und Störungen und therapieren sie manuell. Durch die osteopathische Behandlung wird der Körper wieder in die Lage versetzt sich selbst zu heilen. Um diesen Zustand zu erreichen, werden Blockaden im Bewegungsapparat, in den Organen und aus dem Cranio-Sakralen System mit osteopathischen Techniken gelöst.

Philosophie

Die Philosophie der Osteopathie ist einfach und folgt den Gesetzen der Natur.
  1. Der Körper ist eine Einheit.
  2. Der Körper besitzt Selbstheilungskräfte.
  3. Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig.
  4. Der ungestörte Fluss der Körperflüssigkeiten muss gegeben sein.
Der osteopathisch arbeitende Therapeut respektiert diese Gesetze bei seiner Arbeit, löst Blockaden und bringt Körper, Atem und Geist wieder in Fluss.

Behandlungsfelder

Beschwerden, bei denen Osteopathie häufig zum Einsatz kommt, sind Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen, wiederkehrende lokale Schmerzpunkte, Kieferprobleme und Spannungssyndrome allgemein (alle Behandlungsfelder im Überblick). In den letzten Jahren gewinnt die Behandlung von Kindern sowie die Begleitung in der Schwangerschaft und in der postnatalen Versorgung immer mehr an Bedeutung. Immer wichtiger wird Osteopathie auch in der Prävention und der Begleitung von Burn-out-Patienten.

Berufsbild

Die Berufsverbände der Osteopathie setzen für die Tätigkeit als Osteopath eine fünfjährige Ausbildung voraus. Die Marke D.O. ist ein Qualitätsmerkmal; sie zeichnet Therapeuten aus, die diese Ausbildung absolviert und eine These verfasst und verteidigt haben. In Deutschland ist die Osteopathie vor dem Gesetzgeber als Heilmethode anerkannt, nicht jedoch als Beruf (Ausnahme ist das Bundesland Hessen). Ausüben dürfen die Osteopathie nur Ärzte und Heilpraktiker. Physiotherapeuten brauchen dem Gesetz nach eine Weisungsbindung an einen Arzt oder Heilpraktiker. In Amerika, dem Geburtsland der Osteopathie, ist der Abschluss des Osteopathen (D.O.) dem Mediziner (M.D.) gleichgesetzt.

Geschichte

Begründet wurde die Osteopathie von dem Amerikaner Andrew Taylor Still. Nachdem er mehrere Kinder und seine erste Frau an Meningitis verloren hatte, machte er sich auf den Weg alternative Heilmittel zu erforschen. Zu dieser Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts bestand die gängige Medizin in Amerika aus Quecksilbergabe, Alkohol zur Betäubung und Desinfektion von Wunden, Aderlass und chirurgischer Intervention. Da Still zeit seiner Jugend in Indianerreservaten gelebt hatte, kannte er andere Möglichkeiten medizinischer Hilfeleistung. So entwickelte er eine Form der manuellen Therapie und rief 1874 die Geburtsstunde der Osteopathie aus. Stills direkte Schüler Littlejohn und Sutherland haben die Osteopathie um physiologische Aspekte und das Cranio-Sakrale-System ergänzt. Seit 1911 wird die Osteopathie im amerikanischen Gesundheitssystem universitär gelehrt und findet täglich im Praxisalltag statt.

Kontakt  |  Impresssum